Kleingartenanlage "Alt-Rosenthal" e.V.

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Verfasst am 03.08.2020 um 11:00 Uhr

Viele Meter Wildblumen    

Aktion „Mehr Arten im Garten“ wird fortgesetzt   

"Wildwuchs" erwünscht.

Bericht von Regina Otters   


Eine Zwischenbilanz, die sich sehen lassen kann: 

6.250 Quadratmeter, 12 Kilogramm Saatgut und 59 teilnehmende Kolonien lautet der aktuelle Stand des Saatgut-Projektes der Stiftung Naturschutz Berlin, das seit dem Winter in Kooperation mit dem Landesverband der Gartenfreunde durchgeführt wird. Berliner Kleingartenvereinen wird eine regionale Wildpflanzenmischung zur Aussaat auf Gemeinschaftsflächen kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf Flächen zwischen 50 m² und 2000 m² entstehen so blühende Kräuter- und Magerrasen – als Augenschmaus, Nektartankstelle und Lebensraum in einem immer dichter werdenden Berlin. Jeder Quadratmeter zählt. Die Kolonie Oeynhausen und die Kleingartenanlage Ernst-Ludwig-Heim sind zwei der Vereine, die mit gutem Beispiel vorangehen.

Aufwertung junger Rasenflächen

Schön grün sind die jungen Rasenflächen des 2019 eröffneten, neuen Gemeinschaftshauses in der Kolonie Oeynhausenin Wilmdersdorf. Nur für Bienen und Schmetterlinge haben sie bislang kaum etwas zu bieten. Wie die meisten neu angelegten Rasenflächen bestehen sie nämlich aus nur wenigen Gräserarten, die für Insekten nahezu nutzlos sind. Hier kommt das Saatgut der Stiftung Naturschutz für Mager- und Kräuterrasen gerade recht. Der Mix aus 41 blühenden Wildkräutern und drei Gräsern soll in den Randbereichen der Rasen ausgesät werden. Organisch geschwungene Wiesenstreifen werden die zentralen Rasenflächen harmonisch einrahmen und die streng rechteckige Kontur auflockern. „Der Kontrast zwischen hoch gewachsenen Wiesenbereichen mit Blühaspekten und kurz gemähtem Rasen ist besonders reizvoll. Nutzen Sie dieses gestalterische Potenzial!“, sagt Felix Riedel, Ökologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Koordinierungsstelle Fauna der Stiftung Naturschutz Berlin.


Susanne Schulz, Gartenfachberaterin der KGA Ernst-Ludwig-Heim in Spandau, hat dafür gesorgt, dass es neben dem Parkplatz jetzt üppig blüht. 

Neuanlage eines Randstreifens

Ende März wurde in der Spandauer Kleingartenanlage Ernst-Ludwig-Heim eingesät. Das zu Beginn zögerliche Wachstum mag so manchen Gartenfreund verwundern. Das ist aber völlig normal, denn das Wildpflanzensaatgut keimt zeitverzögert. Ein Teil geht erst im Herbst, nach dem Winter oder in der Folgesaison auf. Insbesondere an trockenen Standorten ist ein lichter Bewuchs ganz normal. Dies entspricht dem Bild einer standortangepassten Vegetation und stellt kein Manko dar. Ganz im Gegenteil sind unbewachsene, sonnige Bodenstellen als Niststätten für viele Wildbienenarten sogar überlebenswichtig.


Machen Sie mit und säen Sie im Herbst aus!

Nach einer corona-bedingten Pause läuft die Verteilung des Saatgutes seit Kurzem weiter. Bis dato konnten bereits 33 Kolonien ihr Saatgut in Empfang nehmen. Der Großteil der Samen wartet allerdings noch bis zum Herbst auf seinen Einsatz. Der Zeitpunkt erscheint ungewöhnlich, wird aber von der Stiftung Naturschutz empfohlen. „Eine Herbstansaat bedeutet grundlegend bessere Startbedingungen für die Keimlinge. Denken Sie nur an die Frühjahrstrockenheit der letzten Jahre. Im Herbst sind günstige Feuchtigkeitsbedingungen für Keimung und Aufwachsen der Wildpflanzen in der Regel ohne zusätzliche Bewässerung gegeben“, erklärt Felix Riedel. Dies entspricht auch dem jahreszeitlichen Rhythmus der Pflanzen, in dem das Saatgut nach der Fruchtreife im Spätsommer auf den Boden fällt. Die ersten Saatgutsäcke der Stiftung neigen sich schon dem Ende zu, und es wird nachbestellt. 


Bericht von Regina Otters

Projektmitarbeiterin Koordinierungsstelle Florenschutz, Stiftung Naturschutz Berlin


Machen Sie mit! 

Alle Gartenfachberaterinnen und -berater können ihre Kolonien bei Regina Otters von der Stiftung Naturschutz Berlin anmelden (regina.otters@stiftung-naturschutz.de).



Dieser Textbeitrag ist in der August-Ausgabe 2020 der Verbandszeitschrift 'Berliner Gartenfreund' erschienen, Seite 8/8 bis 8/9, und mit freundlicher Genehmigung der Stiftung Naturschutz auch hier.


Fotos: Dr. Marion Kwart